Infostand zum Tag der Pressefreiheit auf dem Wochenmarkt

Der Tag der Pressefreiheit wird jährlich am 3. Mai gefeiert. Er wurde erstmals 1991 von der UNESCO ins Leben gerufen, um die Bedeutung der freien und unabhängigen Presse zu würdigen und auf die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit aufmerksam zu machen. Die Idee dahinter ist, die Öffentlichkeit auf die Herausforderungen und Gefahren aufmerksam zu machen, denen Journalist*innen und Medienschaffende  ausgesetzt sind. 

Zwar wurde im  20. Jahrhundert  die Pressefreiheit in vielen Ländern durch Verfassungen und Gesetze geschützt, doch gab und gibt es immer wieder Einschränkungen, Zensur und Verfolgung von Journalist*innen. Der Tag erinnert auch an die mutigen Journalist*innen, die für ihre Arbeit und die Wahrheit einstehen, oft auch unter Gefahr. Gerade heute, in Zeiten von Fake News, Zensur und Informationskrisen, ist die Pressefreiheit wichtiger denn je, um eine offene Gesellschaft zu sichern, die auf Transparenz und demokratischen Werten basiert.

Wir werden deshalb am 08. Mai auf dem Wochenmarkt am Pavillon stehen und uns für zwei Journalisten aus Äthiopien und den USA einsetzen:

08.05.2026   von 9 – 13 Uhr / Infostand auf dem Wochenmarkt

Hier die Infos zu den zwei inhaftierten bzw. verschwundenen Journalisten:

Copyright Amnesty International

A) Aserbaidschan

Wir sind in tiefer Sorge über die Inhaftierung von mindestens zwölf Journalistinnen und Journalisten im Zusammenhang mit dem sogenannten „Meydan TV“-Fall. Nach Informationen von Amnesty International wurden diese Journalist*innen seit Dezember 2024 willkürlich festgenommen und strafrechtlich verfolgt. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe gelten als politisch motiviert und stehen offenbar im Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit.

Besonders alarmierend ist, dass mindestens drei der Inhaftierten dringend benötigte medizinische Versorgung verweigert wird und sich ihr Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Berichte über Misshandlungen, überfüllte Haftbedingungen und mangelnden Zugang zu fairen Gerichtsverfahren verstärken die Sorge um ihr Wohlergehen.

Daher haben wir eine Petition verfasst und fordern ihre sofortige Freilassung.

B) Iran

Als zweiten Fall für unsere Aktion möchten wir auf die Situation von Nasrin Sotoudeh aufmerksam machen und ihre Bedeutung für die Presse- und Meinungsfreiheit hervorheben.

Nach einem kurzen Hafturlaub wurde sie in der Nacht zum 02. April 2026 erneut festgenommen und befindet sich seither wieder in Haft. Gegen sie wurde unter anderem wegen „Beleidigung des Obersten Führers“ und „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ eine Strafe von 38 Jahren Haft sowie 148 Peitschenhieben verhängt. Diese Vorwürfe stehen exemplarisch für die systematische Kriminalisierung freier Meinungsäußerung.

Die gegen sie erhobenen Anklagen basieren allein auf ihrer friedlichen Arbeit – insbesondere ihrem Einsatz für Frauenrechte, ihrer journalistischen Tätigkeit und ihrer Kritik an der Todesstrafe.

Ihr Fall zeigt eindrücklich, wie eng Menschenrechtsarbeit und Pressefreiheit miteinander verknüpft sind – und wie stark beide unter Druck geraten, wenn kritische Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Wir fordern ihre sofortige Freilassung und setzen uns weiterhin für die Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit ein.

Mehr Informationen zu der Arbeit von Amnesty International Deutschland zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit sowie aktuelle Petitionen und Urgent Actions gibt es hier.