Aktion zum Frauentag in Papenburg

Aktion zum Frauentag in Papenburg

Wieder standen die Mitglieder der Amnesty Gruppe Papenburg mit Plakaten und Bannern am Eingang zum Wochenmarkt. Anlass ist diesmal der am 08. März begangene Weltfrauentag.

In der ganzen Welt und somit auch im Emsland und Papenburg gibt es Männer, egal aus welcher Schicht, welcher Religion sie angehören, die ihren Lebenspartner körperliche und psychische Gewalt antun. Aber in anderen Ländern kommt darüber hinaus auch noch die Gewalt und die Repressalien, die vom Staat Frauen angetan werden, hinzu.

Im November 2020 veröffentlichte Amnesty einen Bericht zur Situation der Frauen in der Ost-Ukraine, die in großem Maße von häuslicher Gewalt betroffen sind. Zwischen Januar und November 2019 besuchte Amnesty International die von der ukrainischen Regierung kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk. Der Konflikt verschärft geschlechtsspezifische Gewalt. Besonders betroffen sind etwa 2,7 Millionen Menschen, die an der sogenannten „Kontaktlinie“ leben. Diese ist über 420 km lang und trennt die von der Regierung kontrollierten Gebiete von den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk. Die Mehrheit davon – 2 Millionen – sind Frauen, Kinder und ältere Menschen. Fazit ist: Die dort vorhandenen Strukturen schützen sie davor nicht ausreichend – im Gegenteil: Sie begünstigen und verharmlosen Gewalt gegen Frauen.

Gewalt gegen Frauen ist niemals normal, legal oder akzeptabel und sollte niemals toleriert oder gerechtfertigt werden.

So konnten sich Passanten des Wochenmarktes an drei Tischen für insgesamt sieben Frauen einsetzen und unter anderem an den Präsidenten des Ukrainischen Parlaments, der Werchowna Rada, appellieren Gesetzesänderungen zu veranlassen, die sicherstellen, dass Fälle von häuslicher Gewalt und sexueller Belästigung als Straftaten behandelt werden.

Vielen Dank, dass auch diesmal wieder über 250 Unterschriften auf den Briefe geleistet wurden.

Wir freuen uns auch, dass der Einsatz am Frauentag im letzten Jahr und auch aus dem Jahr 2019 bereits zu Freilassungen geführt hat. Frau Narges Mohammadi aus dem Iran, die zu den renommierten Menschenrechtlern im Iran zählt und eine Gegnerin der Todesstrafe ist, kam nach unserem Einsatz zum Weltfrauentag 2020 im Oktober dann frei. Und auch die bekannteste Fraurechtlerin Saudi-Arabiens, Loujain al-Hathloul wurde nach mehr als 1000 Tage in Haft Mitte Februar 2021 freigelassen. Im Gefängnis wurde sie gefoltert, sexuell belästigt und in Einzelhaft gehalten. Monatelang hatte sie keinen Zugang zu ihrer Familie. Zahlreiche Stimmen aus Zivilgesellschaft und Politik hatten die Freilassung der Frauenrechtlerin gefordert, auch die Amnesty Gruppe Papenburg setzte sich mehrfach für sie ein.

Die Freilassung war lange überfällig und sie zeigt, dass wir etwas bewirken können, denn Loujain al-Hathloul wurde nur wegen ihres Engagements gegen das damals noch geltende Fahrverbot für Frauen und die Kampagne zur Abschaffung der männlichen Vormundschaft inhaftiert.