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Mitte Januar 2012 haben wir erfahren, daß Myo Min Zaw, endlich nach fast 14 Jahren Haft, freigelassen wurde. Ein weiterer Erfolg !

und

Am 05.07.12 erhielten wir die Information, daß nun auch auch Ko Aye Aung aus der Haft frühzeitig entlassen wurde, nachdem noch Mitte Mai die Haftstrafe von 59 auf 30 Jahre "reduziert" wurde.

Danke an ALLE, die uns mitgeholfen haben dies zu ermöglichen !

Nachfolgend die unfassbare Fallbeschreibung:

MYANMAR:  

Die politisch aktiven Studenten Myo Min Zaw und Ko Aye Aung wurden am 14. September 1998 verhaftet, weil sie Flugblätter verteilt und Studentendemonstrationen in Myanmars größter Stadt Yangon organisiert hatten. Beide waren führende Mitglieder der verbotenen ABFSU. Myo Min Zaw und Ko Aye Aung sitzen Urteile von insgesamt 52 Jahren bzw. von 59 Jahren ab. Nach Berichten sind sie wähMitte Januar 2012 haben wir erfahren, daß Myo Min Zaw, endlich nach fast 14 Jahren Haft, freigelassen wurde. Ein weiterer Erfolg !rend der Vernehmung gefoltert worden. Amnesty International betrachtet beide als gewaltlose politische Gefangene, die ausschließlich wegen ihrer friedlichen Meinungsäußerungen inhaftiert wurden.

Die politisch aktiven Studenten Myo Min Zaw und Ko Aye Aung wurden am 14.9.1998 in einer Teestube im Stadtgebiet von Kyanktada im Yangon-Bezirk festgenommen. Man warf ihnen vor, sie hätten an Demonstrationen teilgenommen oder Demonstrationen von 150 bis 500 Studenten zwischen August und September 1998 organisiert und Flugblätter über studentische Themen verteilt. Ihre Inhaftierung fand 1998 während eines Zeitraums von mehreren Monaten statt, als Hunderte von Studenten bei Demonstrationen für eine Verbesserung des Bildungssystems in Myanmar und für die Freilassung politischer Gefangener festgenommen wurden. Vor den Versammlungen wurden offene Briefe verteilt, die um Unterstützung baten und die Myo Min Zaw unterschrieben hatte.

Es wird berichtet, dass Myo Min Zaw und Ko Aye Aung während der Vernehmung gefoltert wurden. Es wurde ihnen ein Rechtsbeistand verweigert und das Recht, sich während des Verfahrens im Insein Gefängnis selbst zu verteidigen. Die Fairness des Verfahrens litt weiter darunter, dass die Militärs kurz nach der Verhaftung in einer Pressekonferenz behaupteten, die Demonstrationen seien mit der Absicht organisiert worden, Unruhen zu schüren.

Am Ende des Verfahrens wurde Myo Min Zaw zu 38 Jahren Gefängnis verurteilt, was 1999 auf 52 Jahre erhöht wurde; Ko Aye Aungs ursprüngliche Verurteilung zu 14 Jahren wurde nach einem zweiten Verhör auf 24 und dann auf 45 Jahre erhöht.


HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahmen hatte die Hauptoppositionspartei in Myanmar, die National League for Democracy (NLD), angekündigt, sie werde ein Parlament mit den Abgeordneten aus den Wahlen von 1990 bilden, damals hatte die NLD die Mehrheit der Sitze gewonnen, die Militärs hatten aber nie die Macht auf die NLD übertragen. Auf einer Pressekonferenz am 8. Oktober 1998 meldete die Regierung, „sie habe eine Verschwörung von Myo Min Zaw aufdecken können, die Unruhen schüren sollte, mit dem Ziel, die Forderung der NLD zur Parlamentsbildung zu unterstützen und die laufenden Universitäts- und Collegeprüfungen zu behindern“. Im Besonderen verwies die Regierung auf eine Studentendemonstration, die Myo Min Zaw an der belebten Hedan Kreuzung in Yangon am  24. August organisiert hatte. Myo Min Zaw wurde beschuldigt, bei diesem Treffen „aufrührerische Pamphlete“ verteilt zu haben.

Myo Min Zaw war Englisch-Student im zweiten Jahr am Hlaing College der Yangon Universität, als er aktiv an einer Reihe von studentischen Protesten im Dezember 1996 beteiligt war. Hunderte Studenten und NLD Mitglieder wurden nach gewaltsamer Auflösung der Proteste festgenommen. Myo Min Zaw wurde von den Behörden gesucht, schaffte es aber zu entkommen. Als nach und nach alle Universitäten geschlossen wurden, um weitere Proteste zu verhindern, trafen sich Myo Min Zaw und andere Studenten weiterhin regelmäßig, um Themen wie Politik, Wirtschaft, Studentenrechte und Bildung zu diskutieren.

1997 trat er dem Zentralen Organisationskomitee der ABFSU bei. Seit Jahrzehnten stand die ABFSU in der vordersten Reihe studentischer Aktivitäten für politischen Wandel. Sie wurde 1990 in den Untergrund gezwungen nach der brutalen Zerschlagung des prodemokratischen Aufstands von 1988, als von den Behörden mehr als 3000 Menschen getötet worden waren.

Im Juli 1998 gründete Myo Min Zaw die  Student and Youth Unity Front (SYUF) unter seinem Decknamen Moe Hein Aung. Er nahm das Pseudonym Moe Hein Aung an, weil er Stellungnahmen der SYUF verteilte und die kommenden Studentendemos vorbereitete.

Myo Min Zaw wird im Putao Gefängnis im Kachinstaat in Nordmyanmar festgehalten, ungefähr eine Siebentagesreise von seiner Familie in Yangon entfernt. Gefangene in Myanmar sind gewöhnlich auf ihre Familien angewiesen, was die Versorgung mit Medikamenten und zusätzlichen Lebensmitteln angeht. Dies wird besonders erschwert, wenn Häftlinge sehr weit entfernt von ihrer Familie inhaftiert werden.

Während der Haft litt Myo Min Zaw an Magenschmerzen und einer Hautkrankheit, die seine Finger und Fingernägel befallen hat.

Ko Aye Aung ist im Kale Gefängnis im Sagaing Bezirk im nördlichen Myanmar inhaftiert, ca. 600 Meilen entfernt von seiner Familie in Yangon. Das Kale Gefängnis soll in einer Gegend liegen, wo Malaria und Typhus sehr verbreitet  und Gefangene der Infektion ausgesetzt sind. Politische Gefangene werden in Myanmar oft in Gefängnisse in abgelegenen Teilen des Landes geschickt, um den Kontakt zur Familie zu verhindern.

2002 nahm Ko Aye Aung an einem Hungerstreik teil, womit er gegen den Mangel an medizinischer Betreuung im Gefängnis protestierte.

 
Seither gab es keine weiteren Informationen über Ko Aye Aungs Situation.

Am 13.01.2012 wurde Myo Min Zaw und viele andere aus dem Gefängnis entlassen. 

Dann am 04.07.2012 auch Ko Aye Aung. 




 

Amnesty International Myo Min Zaw Myanmar


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